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Kindertraining

Ein explizit für Kinder pädagogisch aufgearbeitetes Training

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Kindertraining
Kinder haben den Wunsch, über ihren normalen und alltäglichen Bewegungsdrang etwas spezifischer zu arbeiten. Mädchen und Jungen, die tagsüber artig und ruhig die Schulbank drücken müssen, freuen sich über eine alternative Möglichkeit des Lernens. Spielen, sich frei bewegen können und sich mal so richtig auszuprobieren, ist dabei die eine, individuellere Seite, Rücksichtnahme, Toleranz, Respekt und gegenseitige Hilfestellungen die Andere, eher sozial orientierte.
So ist das Kindertraining immer auch als ein "erzieherischer Weg" zu sehen , dessen Ziele, Inhalte und Methoden von dem Geschick der Trainer abhängen. Drängt ein Trainer zu sehr auf Leistung und weiteren äußerlichen Dingen, kann er damit zu sehr am Ego des Kindes kratzen. Das Kind lernt, sich zusehends als Konkurrenz zu anderen Kindern zu verstehen und richtet sein Handeln darauf ein - ist das klug? Leistungskontrollen und die Förderung von Rivalität haben in der Sai-Fon Kampfsystemschule nichts zu suchen. Hier wird getobt und gespielt aber auch ernsthaft trainiert. Spaß und Ernst liegen natürlicher Weise dicht nebeneinander, müssen dadurch aber sorgfältig auseinander gehalten werden.

Spaß bedeutet im Kids-Club:
Spielen, rumtollen, rumalbern, Witze reißen, sich ausprobieren, an Grenzen gehen

Ernst bedeutet im Kids-Club:
sich auf ein Ziel konzentrieren, mit Ruhe vorgehen, Stress vermeiden, besonnen sein, von anderen Kindern lernen

Im Kids-Club wird die Thematik der Mädchen- und Jungenarbeit nicht überstrapaziert. Daher gibt es keine besonderen Angebote für Mädchen oder für Jungen. Dennoch wird nicht unprofessionell gearbeitet, da den sozialen Unterschieden im Umgang mit Mädchen und Jungen (Stickwort: Gender) auf jeden Fall Rechnung getragen wird.

Unser Kids-Club-Trainer war der erste Trainer im Kreis Nienburg, welcher die Jungenarbeit überhaupt konzeptionell erfasste und strukturierte. Dabei arbeitete er eng mit der Husumer Grundschule und deren Rektorin innerhalb eines Projektes zusammen, die ebenfalls einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Jungenarbeit nahm. Hintergrund dieses Projektes war ein Beschluss des niedersächsischen Kultusministeriums, wonach Mädchenarbeit (speziell WENDO) an Schulen finanziell gefördert wurde, den Jungen jedoch jegliche Förderung vorenthalten wurde.

Das Projekt an der Husumer Schule war - im Gegensatz zu sämtlichen derzeitig vorhandenen Konzepten für Mädchen - nicht ausschließlich geschlechtsspezifisch orientiert, so dass im letzten Teil der Durchführung eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Jungen und Mädchen tatsächlich möglich wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Konzepte dieses Projektes von sämtlichen Nienburger Schulen, anderen Einrichtungen und Vereinen eher belächelt und die Problematik von auffälligen Jungen geleugnet. Der Ansatz dieser Institutionen fokussierte sich ausschließlich auf die Arbeit mit den Opfern, also den Mädchen und lies die Jungen außen vor. Mittlerweile gibt es kaum Einrichtungen, die nicht im Bereich der Jungenarbeit tätig sind bzw. tätig sein müssen - eigenartiger Weise ähneln sich die dabei angewendeten Konzepte mit denen des Projektes der Husumer Schule.

Mit dem Kids-Club soll auch weiterhin kein Keil zwischen die Geschlechter getrieben werden, zumal Mädchen sich mittlerweile den Jungen in wesentlichen Dingen (z.B. Durchsetzungsvermögen, Konfliktbewältigung, Streitintensität) angeglichen haben. Daher arbeiten Mädchen und Jungen im Kids-Club eng zusammen, wovon jeder profitiert.

Der Kids-Club kann allerdings im Bereich der Gefahrenabwehr für Kinder nur einen kleinen Teil abdecken, der größere Teil muss weiterhin durch das Elternhaus und die Schule aufgefangen werden. Selbstvertrauen bekommt ein Kind ausschließlich durch Erfolgserlebnisse und guten Zuspruch, dies muss nicht zwangsläufig mit Kampfkunst zu tun haben, sondern könnte in jedem Verein stattfinden. Ein stabiles Elternhaus mit Eltern, an dem sich ein Kind positiv orientieren kann, ist die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Daher ist der Kids-Club und die dortige Arbeit mit den Kindern immer auch von der Mitarbeit und Unterstützung der Eltern abhängig.






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