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JJ Fighting-System
Die Wettkampfmöglichkeiten im Deutschen Ju-Jutsu Verband (DJJV) sind sehr vielseitig und gehen über ein "normales" Wettkampfangebot weit hinaus. Im folgenden werden diese Angebote skizziert, in dem die wichtigsten Bestandteile der jeweiligen Wettkämpfe benannt werden. Weitere Informationen können auf den Seiten des DJJV unter www.djjv.de nachgelesen werden.

Das Ju-Jutsu Fighting-System ist eine Wettkampfvariante im Leichtkontakt. Gekämpft wird in unterschiedlichen Gewichts- und Altersklassen mit Hand-, Fuß- und Tiefschutz. Erlaubt sind Tritt- und Schlagtechniken im Leichtkontakt, sowie Hebel-, Wurf-, Würge- und Haltetechniken. Die Kampfzeit beträgt 2 x 2 Minuten die durch eine Pause von einer Minute unterbrochen wird. Im JJ Fighting-System wird unter drei verschiedenen Parts (Distanzen) unterschieden: Part 1 ist die weiteste Distanz zum Gegner, in der nur Schläge und Tritte ausgeführt werden dürfen. Im Part 2, der sogenannten "Griffdistanz" dürfen nur Wurf-, Hebel- und Würgetechniken angewendet werden, Tritt- und Schlagtechniken sind untersagt. Part 3 ist die sogenannte "Bodenkampfdistanz", in der wiederum ausschließlich Hebel-, Würge- und Haltetechniken angewendet werden dürfen.

Ein Kämpfer kann durch verschieden Möglichkeiten einen Sieg erringen: zum Einen durch einen Punktesieg nach Beendigung der Kampfzeit oder einer Verlängerung, da die Anwendung von Techniken bzw. Technikserien unterschiedlich mit Punkten bewertet wird. Zum Zweiten durch Siege in allen drei Parts vor Beendigung der normalen Kampfzeit. Hierbei muss ein Wettkämpfer in allen drei Parts eine Volle Wertung (Ippon) erhalten, d. h. seine Aktionen müssen technisch gut ausgeführt werden oder ein Kämpfer gibt in einem der Parts auf, was in diesem Part zu einem Ippon zu Gunsten des Kontrahenten führt. Zumeist resultiert diese Aufgabe aus einem Hebel, Würger oder Haltegriff, der dem Wettkämpfer schmerzt, die Luft abdrückt oder ihn über eine gewisse Zeit (20 Sekunden) in einen Haltegriff hält, ohne dass er sich daraus befreien konnte. Die letzte Möglichkeit, einen Kampf zu gewinnen, ist die Aufgabe des Kontrahenten für den Kampf, z. B. wegen einer Verletzung oder mangelnder Kondition.

Im JJ Fighting-System gibt es viele Turniere, u. a. auch jährlich Qualifikationskämpfe auf Bezirks-, Landes-, Norddeutsche- und Bundesebene. Darüber hinaus haben gute und talentierte Kämpfer die Möglichkeit, über den Bundeskader an Europa- und Weltmeisterschaften teilzunehmen. Für Kinder und Jugendliche gibt es darüber hinaus gesonderte Wettkämpfe, ebenfalls werden Wettkämpfe für Neulinge angeboten.

Kritische Anmerkung:
Der Leichtkontakt, der den Kämpfern eigentlich eine sichere und verletzungsfreiere Möglichkeit des Kämpfens bieten soll, hat auch Nachteile. Er verhindert, dass ein anstürmender Gegner wirkungsvoll gestoppt werden kann. Damit bewirkt der Leichtkontakt ein Kette paradoxer, auch für den Wettkampf realitätsfremder Situationen. Zum Einen wird einem im Wettkampf befindlichen Verteidiger die einzige wirkungsvolle Möglichkeit gegen einen "Wurfangriff" genommen, sodass Judokas zu einem klaren Vorteil gelangen. Zum Zweiten verstößt der nicht-stoppen-dürfende Stopp-Fußstoß gegen seine eigene, im Prüfungsprogramm festgehaltene Logik: er ist in das Ju-Jutsu-Technikprogramm aufgenommen worden, um eben jenen anstürmenden Angriffen etwas adäquates entgegenzusetzen. Überaus paradox ist auch, dass die Kampfrichter die "imaginäre" Wirkung eines Stopp-Fusstosses durch den Verteidigers als Verteidigungshandlung nicht einmal (an)erkennen, den Wurf des Angreifenden allerdings häufig mit großzügigen Punkten belohnen. Der Logik nach dürfte ein derartig abgestoppter Wurf (wenn auch nur imaginär) nicht bewertet werden, da er in der Realität nicht vollzogen werden könnte...

Sogar die Würfe selbst bilden im JJ Fighting-System eine paradoxe Differenz zum Leichtkontakt. Wurftechniken im Wettkampf unterliegen keinerlei Reglementierung und werden größtenteils äußerst hart durchgezogen, darüber hinaus schmeißt sich der Werfer aus taktischen Gründen oft nach einem Wurf auf seinen Kontrahenten. Dieser kommt zumeist durch den harten Wurf zu keiner vernünftigen Falltechnik und muss zusehen, dass er unverletzt zu Boden kommt. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der Werfer mit seinem ganzen Körpergewicht und dessen Fallgeschwindigkeit auf den Körper des Geworfenen auf. Dies soll insgesamt aber nicht den Sinn des Fighting-Systems in Frage stellen, da der Kampf im Leichtkontakt für viele Wettkämpfer eine lohnenswerte Herausforderung darstellt.

Für die Sportler, denen Wettkämpfe im Fighting-System zu aggressiv und zu verletzungsträchtig sind, die aber dennoch gerne an Wettkämpfen teilnehmen möchten, kommen folgende beiden Angebote in Betracht.

Duo-System
In dieser Variante des Wettkampfes treten die Wettkämpfer immer paarweise gegeneinander an. Ein Paar besteht aus einem Angreifer und einem Verteidiger, die gemeinsam vor einer Jury ein "Pflichtprogramm" von Abwehrtechniken vorführen müssen. Dabei geht es um die Bewertung der Abwehrkombination, um deren Logik, Dynamik, Schnelligkeit und um deren - hoffentlich - interessante Zusammensetzung. Der Angreifer muss dabei seinen verteidigenden Partner in sämtlichen Bereich unterstützen, da nur die gemeinsame Aktion, also der Gesamteindruck, bewertet wird. Gewonnen wird immer nur paarweise. Auch im Duo-System werden Turniere auf Landes-, Norddeutsche-, Bundes-, Europa- und Weltebene ausgetragen.

Formenwettkampf
Ein weitere, tolle Variante des Wettkampfes ist ohne Frage der Formenwettkampf, der sich leider noch keiner großen Beliebtheit erfreut. Bei diesem Wettkampf handelt es sich um eine von einem Team (2 - 5 Teilnehmer) frei zusammengestellte Ju-Jutsu Demonstration bzw. Ju-Jutsu Show, die zwischen drei und sechs Minuten dauern kann. Dabei kann diese Show mit oder ohne Musik und/oder Lichteffekte und mit frei wählbarer Kleidung und weiteren Utensilien das gesamte Können der Teilnehmer unter Beweis stellen. Bewertet wird diese Performance - wie im Duo-Wettkampf - von einer Jury.






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