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Kurzes Vorwort
Bei der Erstellung unserer Berichte und Artikel sind wir grundsätlich an einer realitätsgetreuen Wiedergabe interssiert. Sollten einige Daten oder Abhandlungen fehlerhaft sein, bitten wir dies zu entschuldigen und uns ggf. die richtigen Daten zukommen zu lassen, damit wir die Fehlerquellen schnellstmöglichst beheben können. Danke für Ihre Bemühungen und Mithilfe!
Das Jeet Kune Do - kurz JKD - ist ein von Bruce Lee und seinen Freunden Dan Inosanto und Ted Wong Ende der 70'er Jahre konzipiertes Kampfkunst-System und basiert auf dem Jun-Fan Kung-Fu. Da das JKD auf Prinzipien und nicht auf Techniken aufbaut, fällt eine Beschreibung des Systems schwer, da es sich entsprechend eher um eine Einstellung, Haltung oder Konzeption handelt und nicht um eine Sportart. Jeet Kune Do bedeutet übersetzt soviel wie "Der Weg der eingreifenden Faust", wobei "Eingreifen" auch als verhindern, aufhalten oder abfangen interpretiert werden kann. "Faust" steht als Synonym für jedes Körperteil, welches das Eingreifen schnell und ansatzlos ermöglicht. Die drei Eckpfeiler des JKD sind: einfach (unkompliziert, für jeden erlernbar), direkt (ohne Schnörkel und Schönheitstechniken) und nicht-klassisch (ohne Anzüge, ohne Ehrenkodex, nur die notwendigsten Traditionen und Rituale).
Im JKD steht grundsätzlich der Anwender mit seinen individuellen Eigenschaften (z. B. Gewicht, Größe, Reichweite, Technikvorlieben und psychische Befindlichkeiten) im Vordergrund. An diesen Eigenschaften orientieren sich wiederum die Prinzipien, wie z. B. "economy of motion" (wenig Aufwand, großer Nutzen), "simplicity" (Einfachheit, s. o.), "mobility" (Mobilität) und "broken rythm" (unregelmäßiger Bewegungsrhythmus). Aus der Sichtweise dieser sub-summierten, individuellen Anpassung des JKD an seinen Anwender ist der Einsatz von Techniken als das "optimale Ergebnis" zu betrachten, gleichzeitig aber auch Ausdruck einer eigenen Interpretation des Systems. So kann jeder Anwender sein eigenes JKD entwickeln. Jeet Kune Do kann als ein individuelles, speziell auf jeden Anwender optimiertes Konzept des Streetfighting verstanden werden, beinhaltet allerdings weitaus mehr. Im JKD fungiert der Trainer als Rat- bzw. Ideengeber, der Anwender wird dabei zusehends zur Selbstständigkeit "erzogen". Entscheidend sind Leistungsvermögen, Motivation, exaktes Wissen über die eigenen Fähigkeiten und Schwächen, sowie die Intelligenz, aus all diesen Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen, um sich Perspektiven zu entwickeln. Wegen seiner Offenheit und seiner Ungebundenheit ist das JKD zweifelslos eines der effektivsten Systeme des Zweikampfs überhaupt. Daher wurde schon häufig der Versuch unternommen, dass JKD zu kopieren, nachzumachen oder gar zu verändern. Resultat: Keines der daraus resultierenden Systeme schaffte die Klasse des JKD – vielmehr schränkten die kreierten neuen Varianten die Freiheit der Sportler natürlicherweise ein und nahmen ihnen somit die Möglichkeiten einer freien Entwicklung. Im JKD geht es nicht um Ruhm und Anerkennung sondern um tatsächliches Können. Leider ist das JKD in Deutschland – trotz der immer noch hohen Popularität von Bruce Lee – nicht so bekannt und seine Lehren und Philosophien ebenso wenig im Denken der Kampfkünstler vorhanden. Kampfkunst ist die Kunst des Kämpfens, was Kompetenz und Können erfordert – dieses ist ausschließlich durch harte Arbeit an sich selbst zu bewerkstelligen. Neben dem Effekt der Steigerung der eigenen Körperkraft, des Reaktionsvermögens, der Schnelligkeit, der Vitalität und des Auffassungsvermögens, wird im JKD auch die Einstellung zu sich selbst gefördert und somit eine Symbiose zwischen Kampfkunst und Lebensrealität hergestellt: Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl steigen, da man schnell eigene Fortschritte erkennt und eigene Perspektiven entwickelt. Diese sind es letztlich, die uns das Gefühl geben, auch wirklich unmittelbar an dem Steuerungsprozess des eigenen Lebens beteiligt zu sein, so dass man nicht willenlos und unreflektiert andern Menschen hinterher läuft, um deren Kopie zu werden. Außerdem unterstützt ein freies Denken und ein freier Charakter einen weiten Blickwinkel, der für stets neue Eindrücke sorgt, immer neue Fragen stellt und sich mit den obligatorischen Antworten nie wirklich zufrieden gibt. Eine Lebensphilosophie also, die - in sich - jung hält, produktiv ist, psychologische Stabilität gewährt und immer den Blick für das Wesentliche im Leben eines jeden Einzelnen ermöglicht. Von daher ist JKD auch die Möglichkeit, einen stabilen Lebensmittelpunkt zu finden, von dem ausgehend man sich selbst (neu) strukturieren kann. „Kann“ deswegen, weil es keinen vorgefertigten Weg im JKD gibt. |
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